Wie kommt das Erdgas ins Haus?
Die Versorgung mit Wärme und Warmwasser durch Erdgas ist für uns heute zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Aber wie kommt das Erdgas eigentlich ins Haus? Bis es in Ihre Heizungsanlage strömt, hat es meistens schon einen sehr weiten Weg hinter sich.
Erdgas ist ein Naturprodukt, das aus unterirdischen Lagerstätten an die Oberfläche gefördert wird. EWE bezieht sein Erdgas von zahlreichen regionalen und überregionalen Anbietern in ganz Deutschland. 18 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammt aus deutschen Lagerstätten, davon entfallen 94 % auf Niedersachsen. Darüber hinaus importieren wir Erdgas aus der niederländischen Produktion. Somit ist die Lieferpalette sehr breit gestreut.
Um das Erdgas sicher und zuverlässig zu Ihnen nach Hause zu transportieren, betreibt die EWE NETZ GmbH
ein über 40.000 km langes, engmaschiges Transport- und Verteilungsnetz, das auch ländliche Regionen fast vollständig abdeckt. Sicherheit steht für uns dabei an erster Stelle.
Erdgasspeicher gewährleisten hohe Versorgungssicherheit
Ein Teil des von uns gekauften Erdgases wird zunächst über das Transportnetz in Speicheranlagen geleitet und in sogenannten Kavernen eingespeichert. Mit Hilfe von Verdichtern wird es bis zu einem maximalen Druck von 106 bzw. 150 bar in die Kavernen gedrückt. (Zum Vergleich: In einem Autoreifen beträgt der Druck rund 2 bar.) Besonders für die Versorgungssicherheit stellen die Speicheranlagen einen wichtigen Bestandteil dar, denn so ist der Ausgleich zwischen schwankendem Bedarf und gleichmäßigem Bezug möglich. Die Speicher werden vor Ort kontinuierlich überwacht und gesteuert.
Im Sommerhalbjahr geht der Absatz des Erdgases witterungsbedingt auf etwa ein Drittel des Verbrauchs im Winterhalbjahr herunter. In dieser Zeit werden die vom Winter geleerten Erdgasspeicher wieder aufgefüllt. So können wir über das ganze Jahr hinweg annähernd gleiche Erdgasmengen von unseren Produzenten beziehen und Lieferengpässe in der kalten Jahreszeit überbrücken.
Konstanter Druck durch Gasdruckregelanlagen
Da der Gasdruck im Transportleitungssystem höher ist, als im Verteilnetz, d. h. in den Leitungen, die das Gas zu Ihnen nach Hause führen, verfügen wir über 2.000 Gasdruckregelanlagen, die den Druck beim Übergang von einem Netz ins andere reduzieren. Hier erhält das Erdgas auch seinen typisch "stechenden" Geruch, damit man es im Fall einen Lecks sofort riechen kann. Unser Anlagenbestand wird ständig gewartet und modernisiert.
Effiziente Energienutzung mit Gasexpansionsanlagen
Um die Energie zu nutzen, die bei der Druckreduzierung in den Gasdruckregelanlagen freigesetzt wird, setzen wir bei EWE eine sogenannte Gasexpansionsanlage ein. Dabei treibt die Druckenergie des Erdgases einen Generator an, indem sie über ein Turbinenrad strömt. Auf diese Weise gewinnen wir eine Leistung von 1.200 Kilowatt, die in elektrischen Strom, Kälte oder Wärme umgewandelt wird. Der elektrische Wirkungsgrad einer Gasexpansionsanlage liegt übrigens bei rund 90 % und damit um 30 % höher als in modernen Kraftwerken.
Über die Hausanschlussleitungen gelangt das Erdgas dann schließlich zu mehr als 750.000 EWE Erdgas-Kunden. Hier heizt es Wohnungen und Häuser, es wärmt Wasser und dient zum Kochen. Und sollte doch einmal eine Störung in der Gasversorgung auftreten, ist der EWE Erdgas-Störungsdienst rund um die Uhr für Sie erreichbar und einsatzbereit.
Gasbezug der EWE
Funktionsweise einer Gasexpansionsanlage


